Im Test: Black Diamond Contour Elliptic Carbon

Wander … pardon, Trekkingstöcke gibt es ja mittlerweile wie Sand am Meer. Es gibt Sie für Trailrunning,  Walking, Hiking, Trekking, Skiing. Es Gibt Sie zum Drehen, Verriegeln, Ausseinanderklappen. Sie sollen so stabil wie möglich, so bequem wie möglich und auch dabei leicht sein. Nebenaufgaben wie Photostativ, Zeltstange, Solarduschenhalter oder Handyantenne lassen wir einmal unerwähnt.

Das Problem ist aber nun, das man sich als normaler Outdoorer nicht für jeden Zweck ein paar spezielle Stöcke zulegt. Das Geld für die Zweit oder Drittstöcke wird meistens an anderen Ecken der Ausrüstung nötiger gebraucht. Also braucht man Stöcke, die am ehesten seinem eigenen Tätigkeitsprofil entsprechen. Für unsere Zwecke (Trekking mit über 25kg Rucksack, Ski, Alpine Klettertouren) scheinen das die Black Diamond Contour Elliptic zu sein. Die Contour Elliptic Serie sind die Top Stöcke von Black Diamond und in drei Versionen erhältlich: in einer Version mit Korkgriff, einer mit Schaumstoffgriff und einer mit zusätzlichen Stoßdämpfung im Griffsegment erhältlich.

Zum Stock

Unsere Version ist der Contour Elliptic Carbon. Er wird mit vormontierten Karbidspitzen und Trekkingtellern Geliefert, zwei Powderteller liegen anbei.

Black Diamond Contour Elliptic Carbon

Zusätzlich bietet Black Diamond separat noch Gummispitzen oder Gummi-Überzieher für die Karbidspitzen an.

Das Besondere an diesen Stöcken, weshalb sie auch diesen Namen tragen, ist ihre Elliptische Form. Den Zugewinn an Stabilität merkt man sofort, wenn man den Stock einmal beherzt mit Nachdruck in den Boden rammt. Wo andere Stöcke durch Ihre Schwingung das Gefühl geben zu „Schwabbeln“, Glänzt der Black Diamond mit einem unaufgeregtem Vibrieren in Querrichtung.

Die neue Stockform verlangt auch ein neues Verschlusssystem, da die Segmente ja nicht gegenseitig verdrehbar sind. Black Diamond setzt hier auf eine Ähnliche Form von Schnell-spannverschlüssen wie man sie auch vom Fahrrad her kennt. Beim ersten Versuch kommen sie mir ein wenig schwergängig vor. Mal schauen wie Sie sich in der Praxis bewähren.

Nun zu dem, was manch modernen Trekker wichtiger scheint als Qualität: Das Gewicht.

Black Diamond gibt das Gewicht mit 536g an, die Messung mit der ungeeichten Wage eines Schwedischen Möbelhauses zeigt 550g an. (Mit Schweißresten in den Schlaufen, Dreck an den Spitzen und den montierten Trekking Tellern) Dafür, dass die Stöcke so satt und gemütlich in der Hand liegen doch weniger als man erwarten mag. Man beachte auch, dass es sich hier um Schwerlaststöcke handelt, die nicht für den Sonntagsspaziergang gebaut worden sind sondern auch Skitauglich sind.

Das Gewicht des Trekkingstocks ist sehr wichtig
Das Gewicht des Trekkingstocks ist sehr wichtig

Die nutzbare Einsatzlänge beträgt ungefähr 70-140cm, zusammengeschoben sind sie die drei Segmente knapp 63cm lang. Der Griff ist aus einem Angenehmen Schaumstoff und die Schlaufen sind aus Nubuk, dass mit einem Schweiß absorbierenden Gewebe unterfüttert ist. Unterhalb des Griffes ist der Stock für kurze Bergauf und Kletterpassagen mit einer rauen Oberfläche beschichtet, die Ähnlichkeit mit feinem Schmirgelpapier hat aber nicht so scharf ist. Doch dazu später mehr.

Das Testprogramm

Kaum waren die Stöcke da, ergab sich direkt die erste Testmöglichkeit. Eine Urlaubswoche Alpen. Das Programm: Zwei Tage Zugspitze, von Ehrwald über das Gatterl bis zur Knorrhütte, am nächsten Tag hoch und über das Österreichische Schneekar wieder nach Ehrwald. Danach Kölner Haus in Serfaus mit einzelnen Tagestouren, u.a. Furgler und Hexenkopf. Alles in allem also ein paar Tausend Meter Höhenunterschiede und etliche Kilometer in der Länge.

Auf dem Weg zur Knorrhütte

Was kann der Stock

Kurzum, der Stock hat auf ganzer Länge überzeugt. Die Griffanatomie war für meine Hände hervorragend wie auch die Haptik mit Schweißhänden nach 6 Stunden Gehzeit. Ich habe zwischendurch auch noch zum Vergleich die Stöcke mit Gruppenmitgliedern getauscht und hatte bei einem Exemplar nach einer Stunde eine Blase an der Handfläche (Korkgriff). Davon abgesehen haben sich die anderen Stöcke wesentlich instabiler angefühlt wenn es mal holperig wurde und das ganze Körpergewicht auf dem Stock lag. Und das ohne schweres Gepäck. Die Gummierung auf dem Knauf des Stockes leistet ebenfalls gute Dienste, auch bei schwitzigen Händen. Genauso wie die angeraute Oberfläche unterhalb des Griffes.

Hierzu möchte ich noch etwas erwähnen: Ich habe auf leichten Strecken die Technik, beim Gemischten Bergauf-/Bergabgehen bei offenen Handschlaufen die Hand auf den Rutschschutz zu hängen wenn es bergauf geht. Wenn es bergab geht benutze ich den Knauf zum Stützen. Man kann so sehr schnell um 10-15cm Stocklänge variieren und die Kontrolle ist für einfachere Wege ausreichend.

Das hat auch sehr gut mit diesem Stock funktioniert. Allerdings hat die Rauhe Oberfläche nach einiger Zeit meinen kleinen Finger blutend gescheuert. Zuerst habe ich gar nichts gemerkt und während der Pause habe ich mich gefragt, wo das denn jetzt herkommt. Als der Stock dann wieder in der Hand lag wusste ich es. Man sollte also auf seine Technik aufpassen, da die Oberfläche auf längere Zeit die schwitzigen Finger angreift. Wenn man aber daran denkt, ist dieser Rutschschutz eine wilkommene Hilfe.
Am anderen Ende des Stockes sieht es aus, wie es sich gehört. Der Kunsstoff erinnert geschunden an den Einsatz während die Spitze Fest und unversehrt an ihrem Platz sitzt.

Überzeugt hat auch das Schnellverschlussystem. Am Anfang subjektiv noch etwas schwergängig, gewöhnt man sich schnell daran. Kein lästiges Drehen mehr um dann Bergab zu merken, dass der Stock nicht richtig zu war. Hier sind es zwei beherzte Klicks und der Stock ist Bombenfest verschlossen. Wenn die Spannkraft einmal nachlassen sollte, kann man die Verschlüsse auch mit einem Schraubendreher nachziehen. Eine Zentimeterscala am mittleren und unteren Stocksegment erleichtert die Einstellung.

Fazit

Wer einen Stabilen Stock für unterschiedlichste Anwendungen braucht, sollte sich den Contour Elliptic Carbon unbedingt einmal anschauen. Zugegeben, er ist nicht der leichteste Vertreter seiner Art, aber die paar Gramm mehr nehme ich gerne in Kauf, wenn ich Ihn als Trekkingstock, Skistock, Zeltstange oder Solarduschenhalter benutzen kann ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, ob der Stock denn jetzt hält. Nachdem ich die Stöcke für sechs Tage jeden Tag mehrere Stunden in Gebrauch hatte, kann ich von nichts berichten, was mir negativ aufgefallen wäre. Und so soll es doch sein, oder?

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