mySUMMIT: Wandern mit Baby am Lago Maggiore

„Seid ihr das erste Mal hier oben?“ fragt uns der Mann, während er uns ein paar Stühle bringt, damit wir nicht auf der kalten Mauer sitzen müssen. „Und wieso dann im November? Jetzt ist es doch nicht schön hier!“. Doch ist es! Wir sitzen auf einer abgeschiedenen Bergalm in Norditalien auf 1.247m und genießen einen fantastischen Blick bei strahlendem Sonnenschein. Links ein atemberaubendes Bergpanorama mit schneebedecken Gipfeln und rechts der Blick auf den Lago Maggiore, der in der Sonne zwischen den Bergketten glitzert. Wir wissen gar nicht, welche Seite wir schöner finden – man kann einfach nur staunen, was es für schöne Fleckchen auf dieser Erde gibt.

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Nils erste Bergtour – welch ein grandioser Tag

Hier hat sich dieser nette Italiener in einem alten Almhaus aus Stein ein Wochenendhäuschen eingerichtet. „Ich komme gern in meiner Freizeit her“ erzählt er. „Leider habe ich drinnen noch kein Feuer gemacht, sonst würde ich Sie gerne hereinbitten. Aber im Moment ist es drinnen kälter als draußen!“.

Wir sind hier gelandet auf einer unserer Touren durch das Val Grande am Lago Maggiore. Als heute morgen der Kleine dafür sorgte, dass wir früh aus den Federn waren, konnten wir den Sonnenaufgang über dem See bewundern und es war deutlich, dass es ein wunderschöner Tag werden würde. Strahlender Sonnenschein, keine Wolke am Himmel und absolut windstill. Schnell waren nach dem Frühstück die Wandersachen gepackt und wir saßen im Auto zum Ausgangspunkt unserer Tour von der Alpe Ompio zum Monte Faiè. Von diesem Berg, so preiste uns der Rother Wanderführer die Tour an, habe man einen Blick über das gesamte Val Grande.

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In der Nacht viel der erste Schnee in diesem Herbst

Der Kleine ruft ein begeistertes „Da! Da!“ und zeigt in alle Richtungen, als es losgeht. Er sitzt bequem in der Krakse, hat über Papas Schulter den kompletten Überblick und fängt zufrieden an zu brabbeln. Der Weg führt uns zunächst an der Alpe Ompio vorbei, die leider zu dieser Jahreszeit geschlossen ist. Unsere geheime Vorfreude auf einen Kaffee in der Sonne bei unserer Rückkehr löst sich in Luft auf. Von hier hat man aber schon einen beeindruckenden Blick auf den Lago. Weiter geht es durch den Buchenwald recht steil einen Kamm entlang. Keine Menschenseele scheint außer uns unterwegs zu sein. Wir treffen nur ein paar Jäger, die ihren Fang an diesem Tag – ein Wildschwein – an einem Brunnen ausweiden. Der Weg ist zu einer anderen Jahreszeit sicher ganz einfach zu begehen. Heute jedoch müssen wir höllisch aufpassen, denn das viele Laub auf dem Boden verdeckt Wurzeln und ist ein ziemlich rutschiger Untergrund. Gegen Mittag erreichen wir die entlegene Alm Casarecce, wo wir beschließen Mittagspause zu machen. In alter Tradition wird der Gaskocher angeschmissen und das Essen für unseren Nachwuchs aufgewärmt. Hier sitzen wir nun mit dem netten Italiener, der uns so freundlich seine Hilfe anbietet. Nils findet sein Risotto nur am Anfang interessant – viel spannender ist der Italiener, die Natur und die Bucheckern auf dem Boden.

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Kochen auf 1.260 m

Nach der ausgiebigen Pause wandern wir weiter hoch zum Monte Faiè. Der Weg wird nicht einfacher, da wir nun die Schneefallgrenze überschritten haben. Gestern hat es hier zum ersten Mal in diesem Herbst geschneit. „Wo gehen deine Eltern nur mit dir hin?“ murmelt Volker. Ganz geheuer ist uns der rutschige Untergrund am Hang nicht. Den Kleinen stört das jedoch überhaupt nicht. Inzwischen hört man nur noch ein leichtes Schnarchen aus der Krakse. Er ist seelig eingeschlafen und verpasst den Gipfel. Auf 1.352m stehen wir auf dem Gipfel des Monte Faiè und sind absolut begeistert vom Panoramablick über das Val Grande und den Lago Maggiore. Da hat sich der etwas beschwerliche Aufstieg auf jeden Fall gelohnt.Beim Abstieg sind wir froh dass wir auf der Sonnenseite des Berges hinabsteigen, wo der Weg trocken und kein Schnee liegen geblieben ist. Auch gibt es kein Laub, denn auf dieser Bergseite steigen wir durch hohes Gras hinab, das zu dieser Jahreszeit gelb leuchtet und einen tollen Kontrast zur weißen Bergwelt und dem blauen Himmel bietet. Der Weg ist steil, aber gut zu gehen und führt uns schnell zu unserem Ausgangspunkt zurück. Ein toller Tag, den wir dann doch noch mit einem Cappuccino und einem Eis in der Sonne am See in Verbania abrunden!

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Eine tolle Fernsicht noch Mitte November – ein toller Wandertag
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Ein Gedanke zu „mySUMMIT: Wandern mit Baby am Lago Maggiore“

  1. Hallo Volker,
    ich habe grade mit Begeisterung Eure Berichte in der Outdoor-Baby-Kategorie gelesen. 🙂 Wir überlegen grade wohin wir dieses Jahr mit unserem Kleinen reisen…vielleicht an den Lago Maggiore? 🙂
    Liebe Grüße Nicole

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