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10 Tage Afrika – Besuch der Elfenbeinküste

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Blick auf Abidjan

Da sitzen wir von mySUMMIT in dem kleinen Seat Ibiza – die Klimaanlage gibt ihr bestes und pustet ein wenig kühle Luft in den Wagen. Draußen ist es staubig und heiß bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Vorwärts geht es eigentlich nicht. Auf der eigentlich dreispurigen Straße hat sich ein Knoten gebildet. Alle hupen wild und versuchen durch die kleinsten Lücken doch irgendwie voran zu kommen. An Verkehrsregeln hält sich hier keiner, denn die Straße ist für alle da. Nicht nur für Lkw, Minibusse, Pick-ups und Taxen – auch für Eselskarren und die vielen Menschen zu Fuß, beladen mit den erstaunlichsten Gegenständen. Für einen Nicht-Afrika-Erfahrenen wie mich ein erstaunliches Spektakel. Den Stau, der hier entstanden ist, nutzen die vielen Menschen am Straßenrand, ihre Ware zum Verkauf anzubieten. Ich staune ganz schön, was uns hier im „Vorbeifahren“ alles verkauft werden soll: von verschiedenen Obst- und Gemüsesorten, Nüssen und Reis, Couscous oder Attiéké (eine Art Couscous aus der Maniok-Wurzel) über Taschentücher, Spülmittel und aufblasbaren Planschbecken bis hin zu lebenden Hühnern oder kleinen Hasen. „Wer zum Teufel kauft das alles direkt am Autofenster?“ frage ich mich. „Ja, die machen hier ihren Schnitt“ meint meine Schwester. „Viele Leute leben hier von der Hand in den Mund. Sie verkaufen ein paar Teile und können sich dafür das kaufen, das sie selber für den Tag benötigen.“ Unsere Fenster bleiben aber unten. Sicherheitshalber!

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An der „Autobahn“

Wir fahren auf einer der Hauptstraßen von Abidjan – der Wirtschaftsmetropole der Elfenbeinküste. Etwa 4 Millionen Menschen leben hier. Meine Schwester lebt mit ihrer Familie nun schon seit zwei Jahren in Abidjan. Für mich eine komplett neue Welt. Dass sich der Stau immer noch nicht aufgelöst hat, stört mich gar nicht: so viel gibt es hier zu sehen und zu bestaunen. Langsam aber löst sich der Knoten und meine Schwester steuert das Auto geschickt durch den Verkehr. Beim Weiterfahren sehen wir auch den Auslöser des Chaos: ein Taxi ist bei dem Versuch, eine Abkürzung über eine erhöhte Bordsteinkante zu nehmen, hängen geblieben ist.

Die Bevölkerung von Abidjan bietet ein buntes Bild mit starken Kontrasten zwischen Arm und Reich. In vielen Ecken sieht man Slums mit Bergen von Müll und streunenden Hunden. „Es gibt hier einige Viertel wie Abobo oder Adjamé, die viel unter Kriminalität und Gewalt zu leiden haben.“ erklärt mir meine Schwester. „Dann wiederum gibt es gehobene und reiche Viertel, wo man exklusive Restaurants, noble Boutiquen und teure Hotels findet, wie z.B. im Stadtkern von Abidjan, im Le Plateau.“ Sie selber wohnen im Stadtteil Cocody – ein bunt gemischtes Viertel mit vielen Geschäften und Märkten und auch Straßenküchen und kleinen Bars an den Straßenecken. Hier lebt und arbeitet meine Schwester mit ihrem Mann und den zwei Kindern. Während die Eltern arbeiten, kümmert sich eine Nanny um die beiden Kinder. Eine Haushälterin sorgt für die Sauberkeit im Haus und ein leckeres Mittagessen für die Familie. „Als Ausländer bist du hier allerdings nicht sehr angesehen, wenn du kein Personal beschäftigst“ erklärt mir meine Schwester. „Das Geld, das du hier verdienst, soll auch an die Bevölkerung weitergegeben werden.“

„Sauberkeit spielt hier in diesem Klima noch eine ganz andere Rolle als zuhause: Bei der hohen Luftfeuchtigkeit müssen alle Kleidungsstücke gebügelt werden, sonst bildet sich Schimmel.“ erklärt sie. „Bei dem ganzen Staub hier in der Stadt muss auch jeden Tag gewischt werden.“ Hygiene ist außerdem extrem wichtig, um sich Ungeziefer wie Ameisen oder Kakerlaken vom Hals zu halten.

Dank Nanny haben wir Zeit, die Stadt zu zweit ohne Kinder zu besichtigen. Wir quälen uns mit dem Auto durch den Verkehr und ich staune über die verschiedenen Viertel und die vielen Menschen auf der Straße. Wir kaufen tolle afrikanische Stoffe und geben bei einem Schneider verschiedene Kleider und Röcke in Auftrag. Wir kaufen Obst und Gemüse auf dem Markt, trinken einen Cocktail in einem schönen Café mit tollem Blick auf die Skyline von Abidjan. Wir besichtigen das Wahrzeichen der Stadt: die Kathedrale Saint-Paul du Plateau, die aussieht wie ein Elefant mit einem Kreuz zwischen den Stoßzähnen. Im Inneren des Kreuzes kann man die Spitze besteigen und wir haben einen gigantischen Blick auf die Stadt.

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Kathedrale Saint-Paul du Plateau

Nach den Erlebnissen in der Millionen-Metropole gönnen wir uns ein paar Tage am Meer mit der ganzen Familie.

Über die Autobahn, die den Namen eigentlich gar nicht verdient hat, fahren wir etwa zwei Stunden durch das Land. Vorbei an Plantagen mit grünen Palmen, wo Kokosnüsse und Ananas angebaut werden, Kautschuk-Plantagen und Sumpfgebieten. Immer an der Küste entlang geht es nach Assinie.

Assinie ist ein buntes Fischerdorf und war während der französischen Kolonial-herrschaft ein wichtiger Handelsplatz. Heute reihen sich hier eine Vielzahl von Hotels aneinander. Es ist eine außergewöhnliche Welt von Lagunen und Palmenstränden, die in Afrika ihresgleichen suchen. Neben den palmenumsäumten Sandstränden am Atlantik weisen die Lagunen von Assinie eine Vielfalt von tropischen Pflanzen und Mangrovenwäldern auf. Hier finden wir unberührte kilometerlange menschenleere Sandstrände. Die Wellen des Atlantiks sind uns aber zu stark… Baden trauen wir uns hier nicht. In der Lagune ist das Wasser ruhig und lädt zu einer erfrischenden Abkühlung ein. „Lieber nicht…“ warnt meine Schwester. „Angeblich ist die Lagune Krokodil-frei, aber ich bin mir nicht sicher, ob diese Aussage nicht nur zur allgemeinen Beruhigung der Touristen dienen soll.

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Ob die Lagune wirklich Krokodilfrei ist?

Die nahegelegene Krokodil-Aufzuchtstation bekommt jedoch ihren Nachwuchs hier aus der Gegend.“ Also begnügen wir uns mit dem hoteleigenen Pool und genießen ein paar wunderbare Tage in dieser atemberaubenden Gegend. Wir bewundern die Krokodile verschiedenen Alters in der Aufzuchtsstation und bestaunen das Schauspiel eines ankommenden Fischerbootes am Strand von Assinie.

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Baden am Strand

Beim Abendessen mit Blick auf die Lagune genießen wir die afrikanische Küche: Frischer gegrillter Fisch mit Alloco (klein geschnittene frittierte Kochbananen) oder Attiéké und scharfer Tomatensauce. Hier kann man es gut aushalten und die Reise in die Elfenbeinküste geht viel zu schnell zu Ende. Für das mySUMMIT Team ist klar: das war nicht die letzte Reise auf den bunten Kontinent Afrika und die Côte d´ivoire!

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Die BANFF-TOUR 2014

BANFF FILM TOUR 2014

Acht Filme, 120 Minuten Natur & Abenteuer
Präsentiert von PrimaLoft® und Vaude

Ab 15. Februar 2014 in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden in über 50 Städten

Beim Festival im kanadischen Banff treffen sich seit 1976 alle Alpi- nisten, Filmemacher und Abenteurer mit Rang und Namen. Jetzt gehen die stärksten Filme des Banff Mountain Film Festivals auf große World Tour.

KEEPER OF THE MOUNTAINS
Ironischer Weise stand die Hauptperson der neuen Tour noch nie auf einem Berggipfel: Die 90-jährige Elizabeth Ann Hawley kam als junge Frau aus Chicago nach Nepal und hat seitdem über 80.000 Expeditionen archiviert. Unter Alpinisten gilt eine Aufnahme in Hawleys Archiv als „zweiter Gipfel“. Ein bewegendes Portrait einer eigensinnigen Frau – der „Chronistin des Himalayas“.

SEA OF ROCK
Das Steinerne Meer als riesiger Mountainbike-Spielplatz

SEA OF ROCK SUNRISE
SEA OF ROCK SUNRISE

 
Insgesamt hat das Filmprogramm  eine Gesamtlänge von rund 120 Minuten Outdoor pur!

Wir von mySUMMIT sind natürlich auch dabei!

Alle Tourdaten und Infos zu Tickets gibt es hier

mySUMMIT: Neue Termine Mammut Lagerverkauf 2013 November online

Für alle Mammutbegeisterten haben wir wieder die Schnäppchen-Nachricht des Jahres.

Mammut_wmEs ist wieder soweit, die neuen Termine zum MAMMUT Werksverkauf  im November 2013 sind da! Der Mammut Lagerverkauf 2013 findet dieses Jahr im November in Seon (Schweiz) und im Dezember in Wolfertschwenden(Deutschland) statt. 

Am Mammut Firmensitz (Birren5, 5703 Seon) in der Schweiz findet der Rampenverkauf  vom 28.11. bis 30.11.2013 statt.

In Wolfertschwenden (Nähe Memmingen) findet der Mammut Werksverkauf an folgenden Tagen statt:

Donnerstag, 05.12.2013 -> 10:00 Uhr – 19:00 Uhr
Freitag, 06.12.2013 -> 10:00 Uhr – 19:00 Uhr
Samstag, 07.12.2013 -> 10:00 Uhr – 17:00 Uhr

Auch in diesem Winter gibt es wieder umfangreiche Angebote von Mammut an Outdoorprodukten wie Bekleidung, Rucksäcke, Schlafsäcke und Schuhe zu attraktiven Preisen erwarten.

mySUMMIT: Tourenbuch für Kinder

Zwerg am Berg Verlag_
Tourenbuch für Kinder

Über steinigen Untergrund immer steiler hinauf. Immer wieder bieten sich uns atemberaubende Ausblicke. Nach drei Stunden Aufstieg erreichen  wir den  Gipfel des Molden. 1.116m. Der erster Gipfel unseres Babys! Das wird natürlich sofort im Gipfelbuch vermerkt. Wer kann schon seinen ersten „Gipfelerfolg“ mit sechs Monaten aufweisen?

Als Gipfelbuch für unser Kind nutzen wir das Tourenbuch  für Kinder vom „Zwerg am Berg Verlag München“. Ein wirklich tolles Buch, indem jeder erreichte Gipfel bei Wanderungen mit Papa und Mama durch die Kinder selber festgehalten werden. Es  gibt jede Menge Platz zum Festhalten der Gipfelbesteigungen, neben einer kleinen Tourenbeschreibung, können die Kinder das Wetter, Erlebnisse, Bilder und natürlich den Gipfel- oder Hüttenstempel eintragen.

Zusätzlich gibt es in „Meine Berge – Tourenbuch für Kinder“ einige Mal- und Rätselseiten zum Thema Berge und Wandern damit das Kind auch auf der Hütte kreativ tätig ist, während es auf eine Brotzeit wartet. Auf den letzten Seiten enthält das Buch wertvolle Tipps und Informationen für Eltern:

Wie bereite ich mein Kind auf seine erste Wanderung vor? Wie muss eine Tour mit Kindern gestaltet sein? Mit welchen Spielen kann ich mein Kind zum Laufen motivieren? Und was muss in den Rucksack? Zusätzlich hat das Tourenbuch hat ein wirklich tolles  Format und passt in jeden Wanderrucksack.

Zwerg am Berg Verlag
Der erste Gipfel… als Erinnerung Fotos einkleben oder Hütten- und Gipfelstempel sammeln

 

Das Tourenbuch ein MUSS für jede Familie! Bei einem Preis von 8,95 Euro auch ein tolles Geschenk für die kleinen und großen Gipfelstürmer, die mit ihren Eltern gerne in den Bergen oder der Natur unterwegs sind!

mySUMMIT: Mammut Ultimate Hoody im Test

Kurz vor meinem Wanderurlaub hat meine alte Softshell Jacke den Geist aufgegeben. Eine neue musste somit her. In weiser Voraussicht habe ich mich auf die Suche nach einer richtig guten Softshell Jacke gemacht. Also los zum Outdoorladen in der City und Jacken anprobieren. Wir brauchen eine Softshell für leichte Wanderungen, aber auch zum Tragen auf Hochtouren in den Alpen. Somit benötigen wir eine winddichte, wasserabweisende Jacke, die aber trotzdem atmungsaktiv sein muss!

Gefunden haben wir die Ultimate Hoody von Mammut. Mammut selber gibt bei der Mammut Ultimate Hoody an, sie sei optimal geeignet für klassische Hochtouren, Klettersteige, Mehrtageswanderungen, Trekking, Winterwandern, Schneeschuhlaufen und geeignet für Mehrseillängentouren. Genau das was wir von mySUMMIT suchen! Aber hält die Ultimate Hoody von Mammut auch das was die Werbung verspicht? Um das rauszufinden kauften wir und die Jacke und testeten diese für euch.

Beim ersten Anziehen fällt auf, das die Mammut Ultimate Hoody einen figurbetonten Schnitt hat und die Jacke nah am Körper anliegt. Besonders beim bewegungsintensiven Outdooraktivitäten trägt die Softshell sich hervorragend. Auf unserer Wanderung hatten wir wechselnde Wetterbedingungen. Neben viel Wind, den der GORE® WINDSTOPPER®-Stoff perfekt absorbiert, hatten wir auch Sonnenschein. Bergauf wurde es schnell warm unter der Jacke aber Mammut hat sich auch hierfür was einfallen lassen. Zum einen wurde eine atmungsaktive Membran verarbeitet und zusätzlich gibt es ein 2 Wege RV Unterarm-Belüftungssystem. Besonders bei warmen und sonnigen Tagen ist das lange Unterarmbelüftungssystem von Vorteil, denn mit ihr sorgt man fühlbar für ein besseres Klima in der Softshell. Das Belüftungssystem besteht aus einem 2-Wege-Reißverschluss, der vom Ellenbogenbereich bis zum Saum geht. Beim Tragen eines Rucksackes ist uns der Reißverschluss nicht negativ aufgefallen.

Auch der Kletterhelm passt unter die Kapuze

Für uns war auch von großer Bedeutung, dass wir eine große Kapuze haben, welche einen Kletterhelm umschließt. Die vorne verstellbare Kapuze hat in der Front einen kleinen Schirm. Durch Einstellmöglichkeiten lässt sich die Kapuze in der Größe verkleinern und vergrößern – passend für jeden Kopf. Die Kapuze lässt sich gut auf den kleinen Kopf einstellen und man kann durch das dehnbare Material den Kopf nach rechts und links drehen, ohne das die Sicht gestört wird.Wenn man sich bei schlechtem Wetter richtig „zuknöpfen will“, helfen der Kinnschutz über dem 2-Wege-Reißverschluss und die Daumenschlaufen am Ärmelbünchen.

Taschen

Auf der Vorderseite laden zwei 2 Eingriffstaschen mit Reißverschluss die Hände zum Verweilen bei miesem Wetter ein, eine Innentasche mit Reißverschluss hat man bei der Mammut Ultimate Hoody auch.

Gewicht

Entscheident auf einer Outdoortour ist natürlich noch das Gewicht. Mammut gibt das Gewicht mit 480 g beim Mammut Ultimate Hoody Männermodell an, die Jacke ist somit keine Ultralight Jacke, für eine Softshell mit Kapuze finde ich die Ultimate Hoody aber nicht zu schwer.

Fazit

Wir von mySUMMIT sind von der Mammut Ultimate Hoody begeistert. Zugegeben, 250,- Euro für eine Softshell ist nicht gerade wenig, wir allerdings wissen die Qualität dieser Marke zu schätzen. Schon seit mehr als 10 Jahren kaufen wir Jacken von MAMMUT. In der gleichen Zeit habe ich Softshell von anderen Herstellern längst aufgebraucht. Lieber gebe ich einen Euro mehr aus und ich weiß was ich habe, vor allem wenn ich auf Reisen bin, weiß ich Zuverlässigkeit und Qualität sehr zu schätzen. Wir von mySUMMIT können hier eine unangefochtene Kaufempfehlung aussprechen, auch wenn der Preis hoch ist, das Preisleistungsverhältnis stimmt. Habt Ihr Erfahrungen mit Mammut Ultimate Hoody gesammelt, dann teilt sie uns mit!?

Unsere Leser und wir sind dankbar über jeden Tipp …

mySUMMIT: Hochtourentraining mit dem DAV Summit Club

Österreich – DAV Summit Club Hochtourentraining mit Großglocknerbesteigung
Ein Erlebnisbericht vom mySUMMIT Team

Immer wieder treibt es uns vom mySUMMIT Team in höhere alpine Regionen. Natürlich erfordern solche Hochtouren eine solide Grundausbildung, denn ohne das Beherrschen verschiedener Sicherungstechniken in Schnee und Eis, das richtige Gehen mit Steigeisen und die Handhabung des Eispickels kann eine Bergtour schnell zu einem gefährlichen Unterfangen werden. Also haben wir uns dieses Jahr an einen Ausbildungskurs in den Hohen Tauern am Großglockner beim DAV Summit Club angemeldet. Ziel war neben dem Erlernen der Ausbildungsinhalte die Besteigung des Großglockners, der mit 3.798 m höchster Berg von Österreich und mit seiner markanten Spitze einer der bedeutendsten Gipfel der Ostalpen ist – ein Berg den man einfach besteigen muss! Am 24. Juli sind wir endlich Richtung hohe Tauern unterwegs. Schon akklimatisiert an das Bergklima nach einer Woche Hüttendienst in der Hexenseehütte in Serfaus sind wir gespannt und hoch motiviert. Das Wetter war uns schon die ganze Woche nicht gnädig gewesen: der plötzliche Wintereinbruch in Österreich hatte uns mehrfach ziemlich viel Neuschnee beschert. Wir hoffen inständig auf Besserung, doch schon bei Abfahrt heißt es im Radio, dass auf der Glocknerstraße Schneekettenpflicht herrsche! Wie sollen wir mit unseren Sommerreifen denn überhaupt zum Glocknerhaus durchkommen? Zum Glück ist die Hochalpenstraße nachmittags geräumt, so dass wir ohne Probleme an unserem Ziel ankommen. Vom Großglockner war jedoch keine Spur: im dichten weißen Nebel ist an ein Bergpanorama nicht zu
denken. 😦

Auf dem Glocknerhaus werden wir herzlich von unserem Bergführer vom DAV Summit Club empfangen. Wir beziehen die komfortablen Zimmer und genießen bei sehr gutem Essen einen gemütlichen Hüttenabend, wo wir auch die anderen sechs Kursteilnehmer kennenlernen.

Tag 1: Trittsicherheitsschulung

Der erste Blick aus dem Fenster: Über Nacht hat es weiter ordentlich geschneit, der Blick auf den Großglockner ist aber zum ersten Mal frei!!! Der interessiert uns jedoch heute weniger…. vielmehr steht Trittschulung auf dem Programm. Nach einem entspannten Frühstück geht es los Richtung Spielmann, 3.027m – einer der schönsten Aussichtsberge der östlichen Glocknergruppe. Schön hintereinander stapfen wir dem Bergführer nach durch den kniehohen Schnee. Nebelschwaden verbergen fast durchgehend den Blick auf die umgebende Landschaft. Durch den kräftigen Wind sind starke Verwehungen aufgetreten, teilweise sinken wir sogar bis über beide Oberschenkel im Schnee ein. Ziemlich anstrengend! Mittags reißt dann aber bei unserer kleinen Rast auch mal der Himmel auf und gibt uns den Blick frei auf die umliegenden Berge. Unser Ziel, der Spielmann scheint gar nicht mehr so weit entfernt! Von der Sonne ein wenig verwöhnt und hochmotiviert geht es weiter. Das Gelände wird steiler und das Wetter wieder schlechter. Auf dem Grad zum Gipfel beginnt es wieder zu schneien und der Weg wird durch den tiefen Schnee nicht einfacher. Trotzdem wollen alle weiter… der Gipfel scheint so nah. Kurz vorm Ziel ist dann doch Schluss – durch den vielen Neuschnee an der steilen Wand ist die Lawinengefahr zu hoch, so dass wir ca. 30m unterhalb des Gipfels den Aufstieg beenden müssen. „Sicherheit geht vor“ sagt der Bergführer!! Etwas enttäuscht geht es also für die ganze durchgefrorene Gruppe zurück Richtung Glocknerhaus. Auf den Weg haben wir noch ein zweiten Ausbildungsinhalt zu lernen: „Was tut man, wenn man im steilen Gelände ausrutscht, wie stoppt man im Schnee?“ Wir lernen die Technikgrundlagen und bei unseren Rutschübungen im steilen Firn steigt die Stimmung wieder. Wenn man sich einmal getraut hat, den Schneehang herunter zu werfen, macht es richtig Spaß! Wir üben solange, bis wir zumindest ein bisschen die Technik automatisiert haben! Am Ende kehren wir alle zufrieden nach diesem Ereignis- und lehrreichen Tag zum Glocknerhaus zurück.

Tag 2: Eisausbildung auf der Pasterze

Sicheres Gehen mit Steigeisen und Pickel sind Grundvoraussetzung für die Glocknerbesteigung! Also geht es heute hinaus zur Pasterze, wo wir den ganzen Tag mit verschiedenen Übungen verbringen. Die Sonne scheint, das Bergpanorama ist umwerfend. Der Glockner zeigt sich von seiner schönsten Seite! Sehnsüchtig blicken wir immer wieder Richtung Gipfel – man sieht sogar die Adlersruh, auf 3.400m gelegene Hütte kurz vor dem Gipfel.

Das Gelände der Pasterze bietet perfekte Bedingungen für das Training im Eis. Also nichts wie an mit der kompletten Ausrüstung, die vom DAV Summit Club gestellt wird, und los gehts: Eine Weile queren wir noch die raue Eisfläche, wobei wir uns weiter mit der Tritttechnik mit Steigeisen vertraut machen. Wir üben das Überqueren von Eisstufen und lernen potentielle Gefahren zu erkennen und zu meiden. Vorwärts und rückwärts geht es mit den Steigeisen in unterschiedlichen Steigungsgraden in Vertikal- und Frontzackentechnik, mit und ohne Pickeleinsatz. Der Bergführer zeigt uns das Stufenschlagen in steileren Hängen und auch das das Eisklettern mit Eisgerät können wir trainieren – was unheimlich viel Spass macht!!! Am Ende des Tages fühlen wir uns alle ziemlich sicher im Umgang mit Pickel und Steigeisen und fühlen uns für die Hochtour gewappnet. Abends dann wieder der Blick auf den Wetterbericht…. wird eine Glocknerbesteigung diese Woche überhaupt möglich sein? Für den nächsten Tag ist noch gutes Wetter gemeldet – ab Donnerstag ist nur noch Regen und Schnee angesagt. Ein Gipfelsturm wie geplant am Freitag scheint also völlig utopisch!!! Wir werfen kurzerhand gemeinsam mit dem Bergführer den ursprünglichen Plan über den Haufen und entscheiden uns, den Aufstieg einen Tag vorzuverlegen. Morgen soll es also bereits hinauf gehen zur Adlersruh! Ein bisschen steigt die Nervosität und wir planen noch ein wenig die Tour bis wir zeitig zu Bett gehen. Morgen wird ein langer Tag.

Tag 3: Hochtour und Gipfelsturm

Um 6 Uhr klingelt der Wecker – der Tourenrucksack ist schon gepackt – ein schnelles Frühstück und dann gehts los: um 7 Uhr ist Abmarsch. Die Sonne scheint und wir starten die Tour mit einem tollen Blick auf das Bergpanorama und unser Ziel: die Adlersruh und der Großglockner!!!

Nach dem Abstieg zum Margaritzenspeicher und Überschreitung der beiden Staumauern wandern wir zunächst über Almwiesen bequem aufwärts, dann aber schraubt sich der Weg immer steiler werdend hinauf zur Stockerscharte. Hier gibt es bereits einen schönen Rundblick in Richtung Pasterze mit dem Johannisberg und andere Berge der Hohen Tauern. Nach einer kurzen Trinkpause folgen wir dann entspannt dem Wiener Höhenweg zur Salmhütte. Dies ist die älteste hochalpine Hütte der Ostalpen, die 1799 zum Zwecke der Großglockner-Erstbesteigung auf 2.644m erbaut wurde. Hier kehren wir ein und genießen den Blick auf den Großglockner, der sich allerdings schon langsam in Wolken hüllt. Das Wetter wird schlechter, also sehen wir zu, dass wir weiterkommen. Der Steig geht unterhalb des Schwerteckes vorbei bis zum stark zurückgegangenen Hohenwartkees. Wir legen wieder die komplette Ausrüstung an und gehen in Seilschaft zu den Felsen wo ein Klettersteig direkt auf die Hohenwartscharte führt. Über den oberen Rand des Äußeren Hofmannkeeses geht es dann über den felsigen Salmkamp zur Adlersruh. Insgesamt eine schöne abwechslungsreiche Tour! Jetzt sind wir auf 3.400m – das Wetter war uns bisher hold – und wir sind schon ein bisschen stolz, so gut dort angekommen zu sein! So hoch gewandert ist fast die ganze Gruppe in Ihrem Leben noch nicht – ein tolles Gefühl – wobei die Luft schon knapp wird 😉

 Eigentlich rechnet keiner von uns damit, dass wir den Gipfelsturm heute noch in Angriff nehmen würden… doch es kommt anders: “Wer hat noch Kraft? Wir gehen rauf!!!! Drei von euch können mit!” ruft der Bergführer ins Lager – auf dem wir es uns gerade gemütlich gemacht haben. „Ich denke mir – die Chance kann ich mir nicht entgehen lassen“ also schraubt sich mein Finger flink in die Luft. Jawohl – zwei Mitstreiter, ich von mySUMMIT und der Bergführer gehen heute noch auf den Glockner. Also wieder Steigeisen und Gurte an, winterfeste Kleidung und los ging es:

Hinter der Hütte vorbei steigen wir am Seil einen breiten, allmählich ansteigenden Schneerücken hinauf. Danach führt der Weg über das „Leitl“, einen etwa 40° steilen Hang, der zum „Sattele“ hinaufführt. Es ziehen wieder Wolken auf und die Sicht wird schlechter. Hochmotiviert und dem Gipfel so nah geht es aber weiter: Vom Bergführer gesichert klettern wir über

die plattige Kleinglockner-Felsflanke hinauf zur Gipfelschneide. Es beginnt zu schneien, was das Klettern im I. und II. Schwierigkeitsgrad nicht einfacher macht – über die schmale Wächte geht es dann auf den 3.783 m hohen Kleinglockner. Die Überkletterung des Kleinglockners und der Abstieg zur Scharte sind für michwirklich anspruchsvoll. Dann nur noch die Überquerung der schmalen Scharte, die durch ein ca. 15 Meter langes Stahlseil gut abgesichert ist – und dann sind wir oben! Wir haben es tatsächlich geschafft. Auch wenn wir durch das schlechte Wetter keine Sicht haben und den weit gepriesenen Panoramablick nicht genießen können, ist es ein tolles Gefühl am höchsten Punkt von Österreich zu stehen

-DREITAUSENDSIEBENHUNDERTACHTUNDNEUNZIG – unglaublich, aus eigener Kraft bei diesen Wetterbedingungen – ein grandioses Gefühl!

Das Wetter wird jedoch immer schlechter und wir müssen zusehen, dass wir wieder hinunterkommen. Der Abstieg ist beschwerlich und erfordert auf den nassen Felsen mit immer mehr Schnee die höchste Konzentration. Wohlbehalten kommen wir schließlich durch auch die gute Führung und Sicherung unseres Bergführers nach ca. 2 Stunden wieder in der Adlersruh an. Müde, erschöpft, aber glücklich lassen wir den Tag bei der vorzüglichen Gulaschsuppe und einem Glas Bier ausklingen!

Tag 4: Abstieg von der Adlersruh zum Glocknerhaus

Ich schaue aus dem Fenster und denke „ Ja ist den heut schon Weihnachten???“ – fast ein halber Meter Neuschnee – alles weiss! Schnee überall… mit dem Wetter haben wir wirklich kein Glück. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zurück. Diesmal gehen wir über den Ködnitzkees Richtung Luckner Haus und dann auf dem Wiener Höhenweg zur Salmhütte. Nach dem vielen Schnee tut es gut, wieder felsigen Boden unter den Füßen zu haben. Anstrengend wird auf diesem Weg die Überschreitung der steilen Pfortscharte auf 2.800m, bei der knapp 300 Höhenmeter in einer halben Stunde überwunden werden. Erholung finden wir wieder in der Salmhütte, von der wir den selben Weg den wir gestern gekommen sind bis zum Glocknerhaus zurückkehren. Ein langer Tag mit insgesamt viel zu vielen Höhenmetern.

Tag 5: Gletscherausbildung Oberwalderhütte und Eiswandbichl

Auf den Wetterbericht kann man sich verlassen: das Wetter ist schlecht!!! Regen ohne Unterlass – aber wir sind schließlich nicht in den Bergen auf Ausbildungswoche um die Zeit auf der Hütte zu verbringen. Also rein in die wetterfeste Kleidung und es geht raus Richtung Pasterze. Eigentlich steht noch die Besteigung des mittleren Bärenkopfes auf dem Programm, was aber aufgrund der Wetterlage und nach den Erfahrungen der letzten Tage utopisch erscheint. Wir gehen aber erstmal los über den Gamsgrubenweg zum Wasserwinkelkees. Nach dem uns der Bergführer alle angeseilt hat, gehen wir über den Gletscher in recht tiefem Schnee hinauf zur Oberwalderhütte (2.973m). Wir sind ganz erstaunt als sie plötzlich vor uns auftaucht, als sich der Nebel einmal etwas lichtet. Obwohl es verdammt kalt und windig ist, entscheiden wir uns gegen eine Einkehr und setzen den Weg Richtung Eiswandbichl fort. Wir gehen langsam und vorsichtig, da die Sicht nur ein paar Meter beträgt. Dass wir oben auf dem Eiswandbichl angekommen sind zeigt nur der Höhenmesser: 3.200m. Der Weiterweg zum mittleren Bärenkopf hat bei diesen Wetterbedingungen keinen Sinn und wir machen uns auf den Rückweg zur Oberwalderhütte. Dort können wir uns stärken und endlich aufwärmen…

Nach einiger Zeit lichtet sich der Himmel und die Sonne kommt zum Vorschein. Am Ende unserer professionellen, sehr gut durchgeführten Hochtourenausbildung des DAV Summit Club sehen wir sogar die Sonne wieder, die den Blick frei gibt auf das wunderschöne Hohe Tauern Panorama. Wir sehen den Gipfel des Großglockners im Sonnenschein – ein beeindruckendes Bild! Genau das Zeichen um uns von mySUMMIT zu motivieren: wir möchten wiederkommen und die Großglocknerbesteigung – das Gipfelerlebnis bei schönem Wetter und guter Sicht erleben!!!

Bis bald Hohe Tauern, bis bald Großglockner… wir sehen uns wieder…

Text & Bilder: GBH


mySUMMIT: Australien

Inspiriert von dem Buch von „Rüdiger Barth – Endlich weg“  und dem Buch der beiden Rad Nomanden Dorothee und Kurt haben wir im Internet für euch über Weltreisen gestöbert. Gefunden haben wir ein Video von Manniac, der 1 Jahr lang als Rucksackreisender durch Australien unterwegs war. Im Dezember 2007 ist er allein  nach Australien geflogen, um sich einen Kindheitstraum zu erfüllen. Auf dem Rücken nur einen Rucksack und in der Hand eine Kamera, um die Reise zu dokumentieren. Aus mehr als 50 Stunden Videomaterial und unzähligen neuen Erfahrungen erstellt Manniac die Kurzdoku „Ein Jahr Australien“.

Für uns von mySUMMIT ist ein beeindruckendes Video entstanden ->  Gänsehaut garantiert